Vorlesewettbewerb
Vorlesewettbewerb
Spannung in der Zentralbibliothek
Auf dem Weg
Ich (Philipp aus der G6b) hatte vor einigen Wochen den Vorentscheid für den Vorlesewettbewerb an unserer Schule gewonnen. Nun sollte ich diese bei der Regionalrunde für den Bezirk Hamburg Mitte am 23.02. vertreten. Ich war zurecht skeptisch, was meine Chancen anbelangte, aber zum Ergebnis später mehr. Ich war nun also mit meinen Eltern auf dem Weg zur Zentralbibliothek (dort fand der Wettbewerb statt) und mein Herz schlug vor Anspannung schneller. „Na toll!“, dachte ich. Da hatte der Wettbewerb noch nicht einmal angefangen und ich war schon aufgeregt! Aber damit musste ich mich wohl erst einmal abfinden, denn auch in der vertrauten Bibliothek wurde es nicht besser.
Die Spannung steigt
Schon bald trafen wir Fr. Pruss, meine Klassenlehrerin. Sie hatte mich dazu überredet überhaupt beim Vorlesewettbewerb teilzunehmen. Was ich im Nachhinein als großes Glück empfand, denn ich muss zugeben, dass der Wettbewerb mir ziemlichen Spaß gemacht hatte! Wir begrüßten uns und traten dann ein in einen Raum, der mit einer Glaswand von der restlichen Bibliothek abgetrennt war. An der Decke hingen Lautsprecher und am Rand des Raumes stand ein Mann an einem großen Kontrollboard, dass voll war mit Schiebereglern und Knöpfen. Er kümmerte sich um den Ton. Nach und nach trudelten immer mehr Teilnehmer*innen und ihre Begleitungen ein und ich war schon gespannt, wie und was sie lesen würden. Ich würde es auch bald erfahren, denn nun ging es endlich los.
Der Wettbewerb
Eine Frau mit Brille und blonden Haaren, die wohl Journalistin war, wie sie erzählte, begrüßte uns. Sie erklärte nun allen den Ablauf des Wettbewerbs, obwohl wir diesen natürlich schon kannten, da wir eine Mail vom Vorlesewettbewerb erhalten hatten in der alles Wichtige erklärt worden war. Auf einigen Stühlen in der ersten Reihe saß die Jury, die die Vorleser*innen bewerten würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde der erste Vorleser aufgerufen. „Philipp Johann bitte“, sagte die Journalistin. Nervös stand ich auf, um zum Lesepult am anderen Ende des Raumes zu gehen. Alle Blicke richteten sich auf mich. Als ich endlich saß, musste ich zuallererst mein Buch vorstellen. Dazu hatte ich mir auf einem Blatt Notizen gemacht. Zögerlich fing ich an zu sprechen und wurde mit jedem Satz sicherer. Ich las den ersten Band der Percy Jackson Reihe: Diebe im Olymp. Einen humorvollen Fantasyroman, in dem es hauptsächlich um griechische Mythologie geht. Die Vorstellung sollte nur kurz sein. Deshalb war ich schnell fertig. Dann klappte ich mein Buch auf. „Die Vorstellung lief ja schon mal ganz gut“, dachte ich erfreut. Doch dann fiel mir ein, dass diese überhaupt nicht in die Wertung mit einfloss. Erneut begann ich zu lesen. Ich versuchte nicht an das Publikum zu denken, (das fast nur aus Konkurrent*innen und deren Begleitung bestand) doch das war schwierig, da es mich ununterbrochen anschaute. Jedoch stellte ich fest, dass ich mit jedem Satz, den ich las, ruhiger wurde. Ehe ich mich versah, war ich bereits fertig und das Publikum applaudierte. Erleichtert nahm ich mein Buch und meinen Notizzettel und ging zurück zu meinem Platz. Doch das war erst der Anfang. Wir hörten nun noch 11 weitere Vorleser*innen. Und dann begann die zweite Runde. Nun sollten wir Abschnitte aus einem uns fremden Buch vorlesen. Rocky Winterfeld – Ziemlich neben der Spur. Diesmal war ich als letzter an der Reihe, denn die Reihenfolge wurde umgedreht. Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich aufgerufen wurde, war ich nicht mehr ganz so nervös. Schließlich hatte ich mich schon eingelesen. Trotzdem war ich angespannt. Als der Raum zur Ruhe gekommen war, fing ich erneut an zu lesen. Diese Runde war deutlich schwieriger, denn wir konnten uns im Grunde überhaupt nicht darauf vorbereiten. Doch auch diesmal konnte ich meine Aufregung unter Kontrolle halten. Im Nachhinein würde ich sagen, dass vor allem die zweite Runde gut für mich lief. Nun hieß es aber erst einmal: warten, warten, warten.
Warten auf das Ergebnis
Die Jury zog sich zurück und beriet sich und wir durften uns ein kleines Geschenk aussuchen. Zur Auswahl standen Bücher und Spiele. Die Zentralbibliothek war übrigens der einzige Austragungsort, an dem außer dem Buch, das wir in der zweiten Runde gelesen hatten, noch andere Geschenke verteilt wurden. Glück gehabt!
Das Ergebnis
Dann kam endlich die Jury zurück und es wurde erst einmal um den heißen Brei herumgeredet. Die Anspannung wuchs mit jedem Satz, der nichts über das Ergebnis verriet. Endlich kam die Rednerin zum Ende und nach und nach wurden alle aufgerufen die nicht gewonnen hatten (eine ziemlich gemeine Methode finde ich) und holten sich eine Urkunde und ein Exemplar von Rocky Winterfeld. Auch ich wurde aufgerufen, doch die Enttäuschung war nur von kurzer Dauer. Letztendlich freute ich mich einfach dabei gewesen zu sein und meine Eltern, meine Oma und ich feierten das mit einem Berg Pfannkuchen! Der Gewinner zeigte eine tolle Vorleseleistung mit Dialekten und guter Betonung und ich möchte ihm hiermit gerne gratulieren!
Philipp Johann (G6b)

