Landesnetzwerktreffen von Schule ohne Rassismus
Mit Haltung für Demokratie: Eindrücke vom Landesnetzwerktreffen im LI
Am 26. Mai verwandelte sich das Hamburger Landesinstitut für Bildung für uns in einen Ort des intensiven Austauschs. Als Mitglieder der Vielfalt-AG der Brecht-Schule haben wir am 5. Hamburger Landesnetzwerktreffen unter dem Motto „Mit Haltung für Demokratie!“ teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von Aileen Kleve und Dîlan Stêrk organisiert. Insgesamt kamen rund 180 Schülerinnen und Schüler sowie 60 Lehrkräfte aus verschiedensten Hamburger Schulen zusammen. In neun Workshops für Schülerinnen und Schüler und fünf Workshops für Lehrkräfte wurden Ideen ausgetauscht, Erfahrungen geteilt und neue Impulse für eine demokratische Schulkultur entwickelt. Alle waren zusammengekommen, um gemeinsam Zeichen zu setzen.
Besonders beeindruckt hat mich die Eröffnungsrede von Gloria Boateng, Lehrerin und Gründerin von SchlauFox e.V. Sie sprach sehr offen über ihre eigenen Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung während ihrer Schulzeit. Sie erzählte etwa davon, wie sie damals in einen Teich geschubst wurde. Dass sie diese Zeit überstand, verdankte sie einer Lehrerin, die damals für sie da war. Genau diese Rolle möchte sie heute selbst für ihre Schülerinnen und Schüler einnehmen.
Gloria Boateng betonte eindringlich, dass gleiche Rechte noch lange keine gleichen Chancen bedeuten und unser Schulsystem daher oft noch nicht demokratisch oder fair ist. Mit ihrer Initiative SchlauFox möchte sie genau hier ansetzen: Sie setzt sich dafür ein, dass alle Kinder, unabhängig von ihren Rahmenbedingungen, die gleichen Bildungschancen erhalten. Ihre Botschaft war so inspirierend, dass in unserer Gruppe sofort der Wunsch laut wurde, sie auch einmal zu uns an die Brecht-Schule einzuladen. Wir würden uns sehr freuen, wenn sie uns besuchen könnte, um mit uns über ihre Arbeit und Vision für ein gerechteres Schulsystem ins Gespräch zu kommen. Ihre Worte haben uns motiviert, mit viel Tatendrang in die verschiedenen Workshops zu gehen. In dem Bewusstsein: Wir müssen nicht die Welt an einem Tag verändern, aber viele kleine Beiträge führen in der Summe zu etwas Großem.
Mein erster Workshop führte mich in die Welt der „Afrikanischen Rebellinnen und Revolutionärinnen“. Die Referentin präsentierte uns beeindruckende Biografien von Frauen, die oft in Geschichtsbüchern untergehen. Besonders bewegt hat mich die Geschichte einer Frau, die auf der Straße tanzte, um Aufmerksamkeit zu erlangen, nur um dann, als alle innehielten, ihre wichtigen Anliegen und Forderungen vorzutragen. Es hat mir gezeigt, dass man weder Politikerin sein noch einen hohen gesellschaftlichen Rang haben muss, um etwas zu bewirken. Manchmal reicht einfach der Mut, anzufangen.
Im zweiten Teil des Tages durfte ich am Rap-Workshop mit Mr. Schnabel teilnehmen. Er nahm uns mit auf eine Reise durch die Geschichte der Hip-Hop-Kultur und erklärte uns, warum Rap ein so mächtiges Werkzeug ist: Es ist ein Medium, um Haltung zu zeigen, Emotionen zu verarbeiten und komplexe Themen wie Rassismus musikalisch greifbar zu machen. Mr. Schnabel unterstützte uns dabei, unsere eigenen Texte zu schreiben und am Ende des Workshops vorzutragen.
Dieser Tag hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig unsere Arbeit in der Vielfalt-AG ist. Wir sind nicht allein mit unserem Wunsch nach einer diskriminierungsfreien Schule. Der Austausch und die praktischen Impulse werden uns sicherlich bei unseren nächsten Projekten an der Brecht-Schule begleiten. Denn: Demokratie zu schützen, beginnt bei uns, jeden Tag.
06.06.2026 (Penelope Tzanakakis, G7c)

