Vielfalt erleben – Religionen in Hamburg entdecken
Vielfalt erleben – Religionen in Hamburg entdecken
Im Rahmen unserer Vielfaltstage beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Religionen, die das Leben in Hamburg prägen. Bei Besuchen in einer Synagoge, einer Moschee, dem Michel, einem buddhistischen Zentrum und einem Sikh-Tempel lernten sie unterschiedliche Glaubensrichtungen, Traditionen und Lebensweisen kennen.
Dabei ging es nicht nur um religiöse Inhalte, sondern auch um die Frage, wie Menschen in unserer vielfältigen Stadt zusammenleben und ihre Kultur, ihren Glauben und ihre Bräuche gestalten. Zur Vorbereitung schauten die Klassen kurze Informationsfilme an und sammelten Fragen, die sie bei den Besuchen stellen wollten. So konnten sie die Begegnungen vor Ort besonders aufmerksam und neugierig erleben.
Wie leben Sikhs? Welche Bedeutung haben die „5 Ks“? Und warum sind Gastfreundschaft und Gemeinschaft so wichtig? Diesen Fragen ging die Klasse G6b bei ihrem Besuch im Sikh-Tempel nach. Ihre Eindrücke haben die Schülerinnen und Schüler selbst festgehalten:
(Eva Pruss)
Ein Ausflug in den Sikh-Tempel
Am 17. Juni besuchten wir, die Klasse G6b, einen Sikh-Tempel in Hamburg. Schon bei unserer Ankunft wurden wir sehr freundlich begrüßt. Aus Respekt vor den religiösen Regeln zogen wir unsere Schuhe und Socken aus. Außerdem bedeckten wir unsere Haare, die Mädchen mit einem Kopftuch, die Jungen mit einer speziellen Kopfbedeckung.
Am Eingang sahen wir eine orangefarbene Fahne. Sie steht dafür, dass alle Menschen willkommen sind. Wer Hilfe braucht, kann dort Essen, Trinken und sogar einen Schlafplatz bekommen. Diese Offenheit und Gastfreundschaft fanden wir besonders beeindruckend.
Unser Führer Harsimran erklärte uns zunächst die Grundlagen des Sikhismus. Dabei erfuhren wir mehr über die zehn Gurus, die für Sikhs eine wichtige Rolle spielen. Anschließend stellte er uns die sogenannten „5 Ks“ vor – fünf Symbole, die für viele Sikhs eine besondere Bedeutung haben:
- Kesh – ungeschnittene Haare als Zeichen der Natürlichkeit
- Kanga – ein Holzkamm zur Pflege der Haare
- Kara – ein Armreif aus Eisen als Erinnerung an Verantwortung und Verbundenheit
- Kirpan – ein Schwert, das Mut, Gerechtigkeit und den Schutz anderer symbolisiert
- Kachera – eine besondere kurze Hose als Zeichen von Disziplin und Selbstbeherrschung
Danach gingen wir in den Gebetsraum. Dort zeigte uns Harsimran den Guru Granth Sahib, das heilige Buch der Sikhs. Es wird im Sikhismus als der letzte und ewige Guru verehrt.
Natürlich durften wir auch etwas probieren: Wir bekamen eine traditionelle Süßspeise aus Mehl, Zucker und Wasser, die frisch zubereitet wird. Anschließend gingen wir in den Speisesaal und aßen gemeinsam.
Der Besuch im Sikh-Tempel hat uns sehr gut gefallen. Wir konnten viele Fragen stellen, haben viel Neues gelernt und einen spannenden Einblick in eine Religion bekommen, die für viele Menschen in Hamburg zum Alltag gehört. Besonders beeindruckt haben uns die Gastfreundschaft, die Offenheit und das starke Gemeinschaftsgefühl der Sikh-Gemeinde:
(Emma und Julie, G6b)

