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Eine Begegnung, die Mut macht

14.09.2026 | Aktuelles, Vielfalt

Eine Begegnung, die Mut macht

Rund 200 Schülerinnen und Schüler aus den achten und neunten Klassen in einem Raum, und trotzdem ist es mucksmäuschenstill. Gloria Boateng erzählt aus ihrem Leben. Mal sehr ernst, mal mit viel Humor nimmt sie uns mit in ihre Geschichte.

Am 8. September war die Autorin, Lehrerin und Bildungsaktivistin bei uns an der Brecht zu Gast. Wir als Vielfalt-AG hatten Gloria im Frühjahr bereits beim Landesnetzwerktreffen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erleben dürfen. Sie hielt dort die Eröffnungsrede und wir waren sofort so beeindruckt, dass für uns feststand: Wir wollen sie auch an unsere Schule holen. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass das tatsächlich geklappt hat. Besonders beeindruckt hat uns damals ihre Motivation und die Aufforderung, etwas zu tun. Auch wir können mit den Entscheidungen, die wir treffen, etwas verändern.

Gloria las aus ihrem Buch „Allein in Gyaamani. Oder wie Lernen mir half, eine neue Heimat zu finden“ vor und erzählte von ihrer Kindheit in Ghana, ihrem Weg nach Deutschland, von schwierigen Erfahrungen, aber auch von Menschen, die ihr geholfen und an sie geglaubt haben.

Wir, Penelope aus der 8c und Nathalie aus der S1, durften die Veranstaltung moderieren. Ziemlich schnell merkten wir, dass wir gar nicht so viel eingreifen mussten. Gloria zog das Publikum mit ihrer Geschichte in den Bann und schon bald kamen viele Fragen direkt aus den Reihen. Selten haben wir als Vielfalt-AG bemerkt, wie Schülerinnen und Schüler so interessiert an einer Geschichte waren.

Gloria ist eine sehr kraftvolle und positive Frau. Besonders beeindruckt hat uns, dass sie ihre Kraft nicht nur für sich selbst nutzt, sondern sich mit viel Energie für andere Menschen einsetzt. Sie ist Lehrerin in Hamburg und engagiert sich mit dem von ihr gegründeten Verein SchlauFox e. V. für bessere Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen. Für ihr Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Sie erhielt unter anderem das Bundesverdienstkreuz, die höchste Auszeichnung für Bürger dieses Landes. Wenn man hört, was sie auf ihrem Weg erlebt hat, fragt man sich, woher diese Stärke und Zuversicht kommen.

Doch Gloria erlebt heute immer noch wöchentlich rassistische Anfeindungen und Übergriffe. Nach dem, was sie erzählt hat, merken wir, was auch nur ein paar dumme Sprüche in einem Menschen auslösen können.

Ihre Geschichte hat Fragen hinterlassen, über die wir jetzt selbst weiter nachdenken wollen. Was hat das, was Gloria erlebt und uns erzählt hat, mit unserem eigenen Alltag zu tun? Wie aufmerksam sind wir für Rassismus und Ausgrenzung? Stehen wir auf, wenn andere ausgegrenzt werden? Tun wir das Richtige? Und was können wir in unserem eigenen Handeln, in unserer Schule und in unserer Gesellschaft noch besser machen?

Noch lange nach der Veranstaltung bildete sich eine Schlange von Schülerinnen und Schülern, die Gloria persönlich sprechen, ihr eine Frage stellen oder ihr einfach noch etwas sagen wollten. Gloria blieb und nahm sich auch dafür Zeit.

Vielleicht entstehen daraus auch konkrete Schritte. Wir sind bereits mit SchlauFox im Gespräch und schauen, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte und wie wir uns gemeinsam für mehr Bildungschancen und gegen Ausgrenzung einsetzen können.

Danke, Gloria, für deinen Humor, deine Energie und für eine Begegnung, die uns noch weiter beschäftigen wird.

 

Penelope Tzanakakis und Nathalie Decaix (Vielfalt AG)

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