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Zukunftskongress

28.09.2026 | Aktuelles

In der Aula der HAW haben sich heute über 280 Schüler*innen zur MACH2 Zukunftskonferenz eingefunden. Die Konferenz bietet eine unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichen Workshops – von der Finanzwelt über Start-ups bis hin zu Wissenschaft, Forschung und Raumfahrt, unter anderem mit dem DLR_School_Lab.

Eröffnet wurde die Konferenz von Dominik Bloh.

Dominik Bloh erzählt seine Geschichte. Davon, wie er mit 16 Jahren auf der Straße landete. Davon, wie es ist, keinen eigenen sicheren Ort zu haben.

„Auf der Straße habe ich ein Licht gehabt – das der Straßenlaterne.“

Ein Satz, der hängen bleibt.

Sehr emotional berichtet er davon, wie er während seiner Zeit auf der Straße sein Abitur gemacht hat.

„Auf der Straße habe ich mein Abitur gemacht.“

Eine unglaubliche Leistung, wie ihm bis heute immer wieder gesagt wird. Und trotzdem stellt er genau diese Sichtweise infrage.

Warum sprechen alle über die Leistung seines Schulabschlusses? Warum sagt kaum jemand:

Du hast es von der Straße geschafft.

Er bezeichnet diesen Blick selbst als eine Art „neoliberale Leistungsideologie“: Entscheidend scheint vor allem das messbare Ergebnis zu sein – das Abitur, der Abschluss, die Leistung.

Aber was ist eigentlich mit der Leistung, wieder ins Leben zurückzukommen?

Was ist mit der Kraft, überhaupt weiterzumachen?

Sein Appell an die Schüler*innen ist eindringlich:

„Das Denken muss sich ändern, um zu verändern.“

Was mich persönlich sehr bewegt hat, war eine Aussage, die zunächst fast selbstverständlich klingt:

Die Schule in Hamburg war für ihn immer ein sicherer, warmer Ort.

Ein Ort der Gleichberechtigung.
Ein Ort der Möglichkeiten.
Ein Ort, an dem man wachsen kann.

Und plötzlich bekommt dieser Satz eine ganz andere Bedeutung.

Schule soll genau das sein.

Nicht nur ein Ort des Lernens. Nicht nur ein Ort für Abschlüsse, Noten und Leistung.

Sondern ein Ort, an dem junge Menschen dazugehören.

Dominik Bloh sagt zum Schluss:

„Solange ich zur Schule gehen durfte, war ich ein Teil der Gesellschaft. Ein Mensch. Ein obdachloser Schüler.“

Und auch:

„Ein Mensch braucht immer andere Menschen.“

Seine Entscheidung damals war:

„Ich will leben.“

Und seine Botschaft an die Schüler*innen heute:

„Entscheidet für euch, wer ihr sein wollt.“

Zur Mittagspause wurde es dann voll in der Mensa. Nicht nur unsere eigenen Schülerinnen tummelten sich zwischen den Studierenden der HAW. Auch ehemalige Brecht-Schülerinnen, die gerade erst ihr Abitur gemacht haben, waren dabei. Ein schönes Bild – Schule hört eben nicht einfach mit dem letzten Schultag auf.

Im zweiten Teil kamen weitere Speaker hinzu.

Jan Henric Kalinowski sprach über seinen eigenen Weg und vor allem darüber, wie wichtig das eigene Netzwerk sein kann. Menschen, die man kennenlernt, Kontakte, die entstehen, Begegnungen, aus denen vielleicht irgendwann etwas Neues wächst.

Niemand kann dir dein Netzwerk nehmen, das du dir selbst aufgebaut hast.

So wurde das Netzwerk fast zu einem Geschenk. Etwas, das man sich über die Jahre aufbaut und das einen auf dem eigenen persönlichen Weg begleiten und weiterbringen kann.

Ein weiterer Speaker sprach über Technologie und Tech, bevor Victor Neumann den Blick auf das Thema Finanzen richtete.

Sein Impuls war eigentlich ganz einfach – und gerade deshalb wichtig: Beschäftigt euch mit Finanzbildung.

Was gebe ich aus?
Was nehme ich ein?
Was bleibt übrig?

Und wie kann daraus langfristig etwas entstehen?

Nicht Finanzen als etwas Abstraktes, das irgendwann im Erwachsenenleben wichtig wird, sondern als etwas, mit dem man sich früh auseinandersetzen kann. Schritt für Schritt. Mit dem Ziel, Verantwortung für die eigenen Finanzen zu übernehmen und sich langfristig Vermögen aufzubauen.

Zum Abschluss sprach Laura Tönnsen über Künstliche Intelligenz und ihre Möglichkeiten.

Und damit schloss sich für mich auch ein wenig der Kreis dieser Konferenz.

Von der eigenen Biografie über Netzwerke, Technologie und Finanzen bis hin zu KI. Sehr unterschiedliche Themen – und trotzdem ging es im Kern immer wieder um Zukunft.

Um Möglichkeiten.

Um Entscheidungen.

Und um die Frage: Was mache ich eigentlich aus dem, was vor mir liegt?

Inspirierend und sehr aktuell war dieser Zukunftskongress. Ein Tag, von dem wir alle etwas mitnehmen konnten.

Vor allem aber vielleicht eines:

Zukunft passiert nicht einfach.

Wir gestalten sie mit.

Mit dem, was wir lernen. Mit den Menschen, denen wir begegnen. Mit den Entscheidungen, die wir treffen. Und manchmal auch mit dem Mut, einen Weg überhaupt erst zu beginnen.

(Anne Turan)

 

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