Internationaler Tag der Gebärdensprache

02.10.2022 | Aktuelles, Vielfalt

Wahlpflichtfach „Gebärdensprache“

Die 14 Teilnehmer:innen des neu eingerichteten Wahlpflichtfaches „Gebärdensprache“, das ab der 8. Klasse gewählt werden kann, hat in den Pausen mit Infotafeln auf diesen besonderen Tag hingewiesen. Die Mitschüler:innen zeigten sich sehr interessiert und wollten mehr darüber erfahren.

Gut zu wissen!

Weltweit gibt es 70 Millionen Gehörlose, die mithilfe von über 300 Gebärdensprachen kommunizieren.

🔍 Gebärdensprache?

Gebärdensprachen sind visuelle Sprachen. Das bedeutet, dass sie nicht gehört, sondern gesehen werden. Worte werden mit den Händen gebildet und durch Mimik, Bewegungen des Oberkörpers und die Bewegung des Mundes unterstützt. Gebärdensprachen wie auch die Lautsprachen haben eine lange Geschichte.

Durch Diskriminierung von gehörlosen Menschen wurden Gebärdensprachen als Kommunikationsform lange Zeit unterdrückt.
Erst im Jahr 1620 wurde das erste Buch veröffentlicht, in dem das in Spanien entstandene Fingeralphabet abgedruckt war. Im Jahr 1755 wurde in Paris die erste öffentliche Schule für gehörlose Kinder gegründet.

Heute gibt es über 300 Gebärdensprachen weltweit, wobei die American Sign Language (ASL) am weitesten verbreitet ist.

🇩🇪 Gesellschaft

In Deutschland sind laut Deutschen Gehörlosen-Bund rund 0,1 Prozent der Gesamtbevölkerung gehörlos. Das entspricht rund 83.000 Menschen. Seit 2002 ist die Deutsche Gebärdensprache (DGS) als eigenständige Sprache anerkannt. Artikel 3 Absatz 3 im Grundgesetz besagt unter anderem, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf.

In der Realität sieht das aber oft anders aus. Gehörlose erfahren vielerorts Audismus, eine Diskriminierung, die aus dem Gefühl der Überlegenheit der Hörenden resultiert.
Zudem erschwert fehlende Barrierefreiheit die Teilhabe an der Gesellschaft – ob Veranstaltungen ohne Dolmetscher/-innen, Videos ohne Untertitel, oder Bahndurchsagen, die nicht auf Anzeigetafeln erscheinen.

➡️ Willst du dich mehr zur Gebärdensprache informieren?

Dann schau doch einmal beim Gebärdensprachenlexikon der Uni Hamburg vorbei.

 

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